Leseprojekt

Lesen macht Spaß Rotarier Konrad Erggelet beim Leseprojekt des RC Grevenbroich in der Martin-Luther-King-Schule.


Lesen macht selbstbewusst

Franz-Peter Hermanns, langjähriger Direktor der Martin-Luther-King-Schule, suchte externe Hilfe, um die Lesekompetenz seiner Schülerinnen und Schüler zu wecken. Und diese Hilfe fand Hermanns bei seinen Freunden im Rotary Club Grevenbroich. „Lesemütter und Leseväter“: So beschrieb Hermanns eine Idee, die er dem Club vortrug. Es gehe darum, Kinder zum Lesen zu ermuntern und sich mit ihnen zu beschäftigen. „Es ist nicht das Ziel, den Kindern das Lesen beizubringen, aber jede persönliche Zuwendung ist fruchtbar und hilfreich,“ sagte Hermanns.


Rotary stellt Lesemütter und Leseväter

Er musste nicht lange für seine Idee werben. Spontan erklärten sich Rotarier bereit, diese Aufgabe zu übernehmen. Zu Beginn des Schuljahres gab es eine gemeinsame Besprechung zwischen Lesemüttern und –vätern mit den Lehrerinnen und Lehrern. Mit dabei war auch Christiane Widmann. Die Pädagogin ist Lesefachfrau der Schule. Sie arbeitet intensiv an der Leseförderung, zu der neben Wettbewerben nun auch das Projekt mit den Lesepaten gehört. Außerdem hat die Schule vor drei Jahren eine Bibliothek eingerichtet, die gut genutzt wird. Die Lesepaten findet Christiane Widmann „super.“ Denn in Einzelsituationen, in denen Lesepate und Schüler nebeneinander sitzen, stehe die Beziehung total im Vordergrund. Den Schülern tue das gut. „Sie trauen sich nun auch vor“, erzählt Wichmann. Vor Weihnachten habe man das beim zweiten Lesewettbewerb der Schule gemerkt, „da haben viel mehr als sonst mitgemacht.“ Drei der Lesepaten saßen in der Jury, außerdem spendete der Rotary Club die Siegerpreise.
Inzwischen warten die Schülerinnen und Schüler bereits sehnsüchtig auf ihren jeweiligen Lesepaten. „Die Kinder fühlen sich geehrt und geschmeichelt. Es ist für sie eine Sonderbehandlung, die sie sonst selten oder gar nicht erfahren. Das stärkt das Selbstbewusstsein“, sagt Lesepatin Ruth Hemmer. „Die Kinder haben es uns unglaublich leicht gemacht“, ergänzt Christoph Hemmer. Es sei sehr leicht, mit ihnen Kontakt aufzunehmen. Es gehe ja vor allem um Zuwendung und nicht um Lernziele: „Leistungslesen ist nicht erwünscht.“


Die Pflicht zu helfen

„Wir sind die ersten außerhalb der Schule, die mit den Kindern partnerschaftliche Gespräche führen“, sagt der frühere Rotary-Präsident Burger Wittke, der mit seiner Frau Doris unter anderem zwei türkische Jugendliche betreut, die sehr schlecht deutsch sprechen. Lesepate Konrad Erggelet lobt vor allem die Lehrer an der Martin-Luther-King-Schule: „Ich ziehe innerlich den Hut vor ihnen. Sie gehen liebevoll mit den Kindern um und zeigen ihnen auch, was Disziplin ist.“
„Für uns ist die Hilfe der Lesepaten sehr wertvoll“, sagt der amtierende Schulleiter Günther Kurz. „Die Kinder bekommen persönliche Beziehung zu Menschen, die nicht zum Schulpersonal gehören.“ Das gebe ihnen ein gutes Gefühl, geschätzt zu werden. Dies fördere das Selbstbewusstsein und „es gibt den Auftrieb, lesen zu wollen.“ Konrad Erggelet fasst zusammen, was den Rotary Club bewogen hat, dieses Projekt, das erst einmal bis zu den Sommerferien läuft, zu starten: „Es gibt arme Menschen, die nicht lesen können. Wenn man es selbst kann, ist man verpflichtet zu helfen.“


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